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Hela von Tscharner schloss 1933 als erste Schweizerin ihr Bauingenieurstudium an der ETH Zürich ab. Spuren, die mehr über sie erzählen, sind rar. Mit Geduld lassen sich einige Fragmente zusammentragen.

Hela (Helena) von Tscharner (1908–1973) gilt als erste Schweizer Bauingenieurin. Sie war die Tochter des Künstlerpaars Johannes Wilhelm von Tscharner und Ilona von Tscharner (Spiegelhalter). Ihre Familie entstammte einem alten Bündner Geschlecht und war im 19. Jahrhundert nach Russland ausgewandert. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Verlust des ­Familienvermögens zog die Familie wieder in die Schweiz und liess sich in Zürich nieder. Hela von Tscharner studierte von 1929 bis 1933 als erste Schweizerin Bauingenieurwesen an der ETH Zürich. Der Versuch, mehr über ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Sicht auf die Dinge in Erfahrung zu bringen, endet allzu oft in einer Sackgasse. Die Schatzsuche, bei der vergessen wurde, die Hinweise zu platzieren, lässt einen wiederholt ratlos zurück. Wer war diese unsichtbare Frau?

1932: Plan Zumbach, Köniz

Folgt man der Chronologie, stösst man erstmals im Zusammenhang mit dem sogenannten Plan Zumbach auf den Namen Hela von Tscharner. Der 4.50 m × 1.50 m grosse Plan dokumentiert eine mögliche, aber nicht realisierte Siedlungsentwicklung. Das auf den 15. Januar 1932 datierte Bebauungsprojekt betrifft das Land zwischen Bellevue- und Seelandstrasse in Köniz. Auf dem «Land am Gurten» sollten Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen, ­wobei diese stilistisch vom Riegelbau bis hin zum hochmodernen Flachdachhaus sehr verschieden waren. Am rechten Blattrand steht kaum mehr lesbar ­«Architekt: von Tscharner». Der Plan wurde 2015 restauriert. Zeitgleich hat Sybille Walther, die ehemalige Leiterin der Ortsgeschichlichen Sammlung Köniz, mithilfe von Telefonbüchern, Adressverzeichnissen und Bauzeitschriften herausgefunden, dass es sich um Hela von Tscharner handeln muss.